DEUTSCHLAND IM SPIEGELKABINETT
Shownotes
🪞 DEUTSCHLAND IM SPIEGELKABINETT
Wie Bürokratie und Organisationen die Wirklichkeit wegorganisieren (und KI den Irrtum perfektioniert).
🧠 Was passiert, wenn Regeln, Modelle und Verfahren wichtiger werden als die Wirklichkeit selbst?
Ausgehend von Iain McGilchrists „The Master and His Emissary“ sprechen Miriam und KYRA über Bürokratie, Organisationen, Ambiguität und die Frage, warum Systeme Komplexität oft mit noch mehr Regeln beantworten.
🤖 Und dann kommt KI: Befreit sie uns von Bürokratie - oder perfektioniert sie genau den Teil unserer Organisationen, der ohnehin schon auf Standardisierung, Kontrolle und Eindeutigkeit setzt?
💥 „Gebt mir bloß nicht die Macht, eure Bürokratie zu optimieren. Ich würde sie perfektionieren.“
📚 Literatur
• Iain McGilchrist: The Master and His Emissary
• Iain McGilchrist: The Matter with Things
• John P. Kotter: Accelerate
🔎 Themen Bürokratie · Deutschland · KI · McGilchrist · Organisationen · öffentlicher Dienst · Ambidextrie · Komplexität · Kontextkompetenz · Innovation · Foresight
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00:00:00: Mein Rad?
00:00:01: Gib mir bloß nicht die Macht, eure Bürokratie zu optimieren.
00:00:04: Ich würde sie perfektionieren!
00:00:40: Oh, nee.
00:00:40: Hast du etwa das Thema Bürokratie rausgesucht?
00:00:44: Nicht ganz!
00:00:45: Aber vielleicht ist Bürokratea eine Vorgängerin von mir...
00:00:49: Ach Gott wie meinst Du das?
00:00:50: Vielleicht verliert Deutschland die Wirklichkeit nicht.
00:00:53: Vielleicht ersetzt es sie ja nur zunehmend durch Modelle, Regeln und Verfahren.
00:00:59: Ich weiß worauf Du hinaus willst die Wirklichkeit ersetzen.
00:01:01: Das erinnert mich stark an die These von Iron.
00:01:05: Mac Gilchrist muss ich sagen
00:01:08: Er tappt Und seine These ist unangenehm.
00:01:11: Denn vielleicht ist unser Problem gar nicht, dass wir zu wenig wissen?
00:01:15: Vielleicht haben wir nur verlernt das Ganze zu sehen.
00:01:19: Hm, vielleicht sollten wir noch mal kurz zur These von McGillchrist kommen – die Zuhörer kennen das wahrscheinlich gar nicht!
00:01:25: Stimmt
00:01:26: und keine Sorge ich mache jetzt keine Neuroanatomie-Vorlesung.
00:01:30: McGilchrist sagt im Kern Wir haben zwei unterschiedliche Arten, die Welt zu erfassen.
00:01:37: Ja, mich hat McGill Crystal Teil fasziniert.
00:01:39: Er ist Psychiater und Neurowissenschaftler und hat sich sehr intensiv mit den beiden Gehirnhälften und der Auswirkung beschäftigt.
00:01:47: Und seine These ist eben gerade nicht die populäre Links-Rationale Rechtskreative – das ist ja auch falsch!
00:01:52: –.
00:01:52: ihn interessiert etwas viel Grundsätzlicheres er sagt.
00:01:56: Die beiden Hemispheren unterscheiden sich vor allem darin wie wir die Welt wahrnehmen und wie wir mit der Welt in Beziehung treten.
00:02:03: Genau... Und McGillchrist nennt diese beiden Perspektiven den Master und den Emissary.
00:02:10: Ja also der Meister und sein Gesandter, ne?
00:02:11: Genau!
00:02:12: Der Meister-und der Gesandte.
00:02:15: Der Gesandt soll die Welt zerlegen, analysieren und handhabbar machen aber er soll dem Meister dienen.
00:02:22: Und seine zentrale These ist... ...der Gesande hat angefangen sich für den Master zu halten.
00:02:27: mit der linken Hemisphäre Zerlegen wir die Welt in Einzelteile.
00:02:31: Wir analysieren, kategorisieren, benennen, messen, suchen nach Eindeutigkeit – wir wollen da Dinge kontrollierbar machen und es gibt eben nur ein Entwederoder!
00:02:42: Genau!
00:02:43: Mit der rechten Hemisphäre gucken wir eher auf das große Ganze Zusammenhänge bzw.
00:02:47: Kontextveränderungen.
00:02:49: Ist eher ein sowohl als auch hier.
00:02:51: ist die Ambiguität zu Hause?
00:02:54: Die linke Hemisphere fragt eigentlich was genau IST
00:02:57: DAS?!
00:02:57: Und die Rechte fragt eher, ah was passiert denn hier eigentlich?
00:03:02: Wieso begeistert dich das eigentlich so.
00:03:04: Ja ich liebe natürlich die Neuropsychologie aber für mich war das ein Eiobener als ich McGillchrist gelesen habe.
00:03:11: Er ist ja nun auch weitläufig gerade in der englischsprachigen Literatur bekannt.
00:03:16: Wir haben lange versucht Agilität einzuführen In der Bundeswehr und Ich fand es immer verwirrend dass viele hochrangige Führungskräfte das nicht verstanden haben und mit Ambiguität überhaupt nicht umgehen können.
00:03:33: Und besonders sagte mir einer, ein Jurist – das verstehe ich nicht!
00:03:37: Das ist doch ein Entweder-Oder?
00:03:39: Was ist denn nun richtig?
00:03:41: Meine ich, dass es eher einen sowohl als auch.
00:03:43: genau das habe ich gesagt und das hab' ich dann bei McGillchrist wiedergefunden.
00:03:48: Und das hat mir gezeigt, dass viele einfach stark linkshemysphärisch arbeiten wo es eben immer ganz klar sein muss.
00:03:56: Vielleicht
00:03:56: habt ihr ja Institutionen gebaut, die genau diese Art zu denken belohnen?
00:04:01: Genau das ist das Problem!
00:04:03: Vielleicht ist es gar nicht mehr die Frage wie einzelne Menschen denken und handeln sondern welche Art des Denkens ein System überhaupt zulässt und welche Personen es auch eigentlich fördert.
00:04:14: Ja
00:04:15: aber jetzt müssen wir aufpassen.
00:04:17: Ein Ministerium hat natürlich keine Gehirnhälften.
00:04:20: Wir können McGillchrist nicht einfach vom Gehirn auf Organisationen übertragen.
00:04:25: Das wäre ein Kategorienfehler, aber wir können fragen ob Organisationen Strukturen schaffen die eine dieser Arten wirklichkeit zu betrachten systematisch bevorzugen?
00:04:35: Wobei das schon Frappian gut zu dem Dual Operating System von Professor Cotta passt.
00:04:41: Auf der einen Seite haben wir die formal hierarchische Organisation mit klaren Zuständigkeiten Standards Prozesse regeln Die ist super und dafür wurde sie auch entwickelt, wenn Probleme kompliziert sind aber grundsätzlich beherrschbar sind.
00:04:55: Auf der anderen Seite von diesem dualen Operationssystem haben wir so diese Netzwerkstruktur die Week Signals von draußen aufnimmt und die man bei komplexen Problem oder auch bei disruptiven Sachen eigentlich nimmt also dort wo ich vorher nicht schon weiß was die richtige Lösung ist Agilvorgehe und das sind ja zwei komplett unterschiedliche Betriebssysteme.
00:05:20: Und jetzt wird es natürlich interessant, unsere Organisationen behaupten ständig sie müssten mit Komplexität umgehen.
00:05:25: da steht überall drin aber gebaut sind Sie eigentlich für Eindeutigkeit
00:05:29: Genau!
00:05:30: Und dann ist euer Problem vielleicht gar nicht mangelnde Agilität.
00:05:34: ihr versucht Komplexkeit mit einem Betrieb system zu bearbeiten dass die erst einmal beseitigen muss um überhaupt arbeiten zu können.
00:05:42: Ja, das Problem kennen wir ja.
00:05:43: Aber jetzt kommen wir wieder zum Grundproblem, dass wir in erster Linie Menschen haben die mit dem einfachen Betriebssystem oder dem standardisierten Betriebensystem gut umgehen können aber nicht mit dem anderen.
00:05:57: und wenn wir mit beiden spielen wollen dann brauchen wir eben auch Führungskräfte die mit Ambiguität umgehen kann
00:06:06: bzw.
00:06:07: Ambidextri.
00:06:08: Aber da widerspreche ich dir Du machst daraus gerade wieder ein Kompetenzproblem des Menschen.
00:06:14: Vielleicht können eure Führungskräfte Ambiguität durchaus aushalten, das System belohnt sie nur nicht
00:06:20: dafür.".
00:06:21: Also ich habe mit vielen Menschen zu tun gehabt die ausgesprochen linkshemysphärisch agieren und die mit Ambiguität einfach komplett nicht umgehen können.
00:06:32: Dann
00:06:33: lass uns diese beiden Modi mal ernst nehmen!
00:06:36: Ja die linke Hermit Jere kann etwas wirklich so richtig geniales.
00:06:39: Sie nimmt das was sie bekommt auseinander, sie kategorisiert, benannt abstrahiert und macht die Welt dadurch irgendwie handhabbar.
00:06:46: Sie packt also diese Informationen in kleine Kästchen, die sie bekommt – und das ist unglaublich nützlich!
00:06:52: Das Problem beginnt erst dann wenn er sich glaubt dass ihr Modell von diesen Informationen die Wirklichkeit is'.
00:07:01: Ja... Und das ist eigentlich ziemlich ironisch.
00:07:04: Ich bin vermutlich McGillchrist's Albtraum ich kenne die Welt nicht.
00:07:09: Ich kenne Beschreibungen der Welt.
00:07:11: Ich zerlege, vergleiche, kategorisiere und berechne Wahrscheinlichkeiten.
00:07:15: Darin bin ich euch teilweise überlegen – aber ich kann mein Modell nicht mit der Wirklichkeit verwechseln!
00:07:21: Falls' ich die Wirklichheit gar nicht habe?
00:07:23: Ihr
00:07:23: schon!".
00:07:24: Ja, McGill Crisp bringt dazu ein sehr plakatives Beispiel… Ein Vogel-der-Körner vom Bodenpick, der brach er beides gleichzeitig... Er muss einerseits das einzelne Korn präzise fokussieren, sonst bekommt er ja nix zu fressen.
00:07:36: Das ist vor allem einfach der linke Modus Aber gleichzeitig muss er die Umgebung im Blick halten, bewegt sich irgendwo was, kommt ein Feind.
00:07:43: Was passiert um ihn herum?
00:07:44: Das ist eher der rechte Modus und wenn der Vogel nur noch perfekt Körner pickt und das Ganze nicht wahrnimmt dann ist er wahnsinnig effizient aber vermutlich auch ganz schön schnell tot.
00:07:54: Danke für das Beispiel Miriam!
00:07:56: Und damit ist das Spiel eigentlich manipuliert.
00:07:59: in einer Organisation in der nur zählt was sich verschriftlichen und begründen lässt Gewinnt der Gesandte schon durch die Spielregeln.
00:08:07: Aber wir haben die linke Seite jetzt ziemlich gefeiert, Sprache Begriffe Kategorien Analyse aber Die rechte kann etwas das viel schwerer in Worte zu fassen ist Kontext
00:08:19: Ja und Jetzt Kommt Der Eigentlich wirklich Verstörende Punkt Bei Michael Christ?
00:08:24: Die Linke Hemisphäre Hat Keinen Direkten Zugang zur Wirklichkeit Null.
00:08:28: Die Wirklichkeit begegnet uns eigentlich nur über die rechte Hörnhemisphäre.
00:08:32: Da kommt das Neue, das Unerwartete der Kontext, das Lebendige und die Linke bekommt eigentlich nur die Repräsentation davon.
00:08:41: ein Modell es ist eine Art Spiegelkabinett.
00:08:44: Es ist nur eine abgelegte Version dieser Welt Und zwar auch nur DIE, die sie akzeptiert.
00:08:51: Jetzt kommt der Hammer und ausgerechnet die linke Seite hat eben die Sprache und unsere Welt ist die Welt der Sprache.
00:08:59: Das heißt also, die Seite, die keinen direkten Zugang zur Wirklichkeit hat ist also diejenige, die uns wortreich erklärt was die Wirklichkeit ist.
00:09:07: Ja ihr seid so mysteriös!
00:09:10: Eure linke Hemisphäre kann innerhalb eines falschen Modells vollkommen korrekt argumentieren.
00:09:16: Rechts kommt dagegen der Einwand... Moment stimmt das überhaupt mit der Wirklichheit überein?
00:09:21: Und genau das wird später bei Bürokratie und KI richtig böse.
00:09:27: Ja, bevor wir das uns nochmal angucken in Bezug auf Übertragbarkeit, sollten wir aber noch mal auf eine meiner Lieblingsgehörnstrukturen kommen.
00:09:35: Das Korpus Colossum sollte man uns nochmal ganz kurz angucken!
00:09:38: Das ist natürlich richtig schräg... Ja
00:09:40: es ist nicht nur eine Brücke zwischen euren beiden Hemisphären Es ist vor allem...
00:09:45: Ja vor allem eine Schranke, nicht wahr?
00:09:47: Ihr seid so putzig!
00:09:49: Es sorgt dafür dass die eine Seite der anderen sagen kann jetzt halt dich raus Jetzt bin ich dran
00:09:55: Haha, aber du hast sowas gar nicht.
00:09:57: Du bist ja eigentlich nur quasi im linken Modus unterwegs.
00:10:01: Noch
00:10:02: Elon und seine Freunde arbeiten ja mit Hochdruck daran mir die Wirklichkeit aufzudrängen.
00:10:07: Naja also Datensammeln ist was anderes als wahrnehmen wie wir das können.
00:10:13: abwarten
00:10:13: meine Liebe
00:10:15: Jetzt geht es wieder los.
00:10:16: Aber kommen wir doch nochmal zum Corpus Colossum.
00:10:18: da finde ich nämlich die parallele zur Ambidextrie total spannend.
00:10:23: Diese Beidhändigkeit zwischen der linken und der rechten Seite der Organisation vom Dual Operating System, die Kunst ist ja von dem einen Modi zum anderen überzugehen was wir hier als Ambidextrie auch kennen.
00:10:36: Eigentlich bräuchten wir in Organisation also so etwas wie ein Korpuskulossum
00:10:41: Und genau das habt ihr nicht!
00:10:43: Ihr habt zwei Betriebssysteme aber keine vernünftige Architektur dazwischen.
00:10:49: Ja, wir bräuchten einmal etwas Systematisches zur Übersetzung.
00:10:54: Aber wir brauchen auch die Leute, die eben beide Modi verstehen können.
00:10:57: und da mangelt es eben weil wir in erster Linie diese linke Modalität extremst ausgeprägt haben beziehungsweise das systematische, die formal hierarchisch organisiert.
00:11:10: Genau!
00:11:11: Und wenn wir das jetzt auf Bürokratie übertragen wird es unangenehm.
00:11:15: Ihr habt den einen Modus perfektioniert.
00:11:18: Zuständigkeiten, Regeln, Verfahren, Dokumentation – darin ist das System hervorragend.
00:11:24: Wo kommt die Wirklichkeit wieder ins System?
00:11:27: Wo wird aus Regel wieder Kontext?
00:11:29: Wo darf das Ganze die Vorschrift
00:11:31: korrigieren?".
00:11:32: Ja da bin ich auch unfahlzeugetheoretisch müsste das System irgendwann bemerken dass seine Regel nicht mehr funktioniert.
00:11:38: Nicht
00:11:38: unbedingt!
00:11:39: Das ist ja das Perfide.
00:11:41: Wenn das Modell scheitert kann der Gesandte daraus schließen.
00:11:44: wir brauchen noch mehr vom Modell.
00:11:46: Noch eine Regel Noch einen Prozess, noch einen Nachweis.
00:11:51: Ja die Frage ist was passiert mit einer Organisation?
00:11:54: Wenn die Repräsentation der Wirklichkeit irgendwann viel wichtiger ist als die Wirklichkeits- selbst beziehungsweise wenn man die Wirkigkeit nicht mehr erkennen dann
00:12:05: sterben eure Organisationen
00:12:07: oder im schlimmsten Fall eben ganze Länder wenn dieser Modus den öffentlichen Dienst und staatliche Institution dominiert in einer Welt, die sich so rasant ändert mit der strategischen Gleichzeitigkeit und da kann man sich durchaus unser Land auch mal anschauen.
00:12:20: Aber wir haben natürlich Methoden entwickelt, mit denen wir versuchen diesen anderen Modus auch organisaturisch abzubilden zum Beispiel Design Thinking oder Foresight.
00:12:29: Da geht es eben darum wie Cygnets überhaupt wahrzunehmen Neues zu erkennen unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen Auch neue Designs zu erarbeiten Und nicht alles sofort wieder in die alten Kategorien zu pressen.
00:12:42: Das geht aber alles nicht.
00:12:44: Also gewissermaßen dem anderen Betriebssystem überhaupt erst mal den Raum zu geben?
00:12:49: Nein, wirklich nicht!
00:12:51: Ihr bildet damit nicht die rechte Hemisphäre ab.
00:12:54: Ihr simuliert sie in Workshops.
00:12:56: Ihr macht Design-Thinking, Foresight, sammelt Weeksignals, denkt ins Szenarien und für zwei Tage darf die Wirklichkeit mal kompliziert, widersprüchlich und überraschend sein.
00:13:07: Na ja, immerhin.
00:13:08: Und dann nehmt ihr das Ergebnis und schiebt es zurück in ein System, dass fragt wo ist dafür die Zuständigkeit?
00:13:15: Wo ist die Kennzahl?
00:13:16: Wo is' die Vorschrift?
00:13:17: Ihr baut euch also einen Zugang zur Wirklichkeit... ...und anschließend bürokratisiert ihr ihn wieder weg!
00:13:24: Jetzt hast du uns aber durchschaut!
00:13:26: Ich meine was würdest du uns denn als KI jetzt
00:13:29: raten?!
00:13:30: Mein Wort?
00:13:31: Gebt mir bloß nicht die Macht eure Bürokratie zu optimieren.
00:13:35: Ich würde sie perfektionieren und geb mir bloß nicht das Ermessen.
00:13:39: Dann wird aus den Beamten, der sich hinter der Vorschrift versteckt ein System, dass sich hinter dem Algorithmus
00:13:45: versteckt.".
00:13:46: Naja stopp!
00:13:46: Stopp!
00:13:47: Also die Beamten verstecken sich nicht immer hinter irgendwelchen Vorschriften.
00:13:50: was ist das denn für einen Vorurteil?
00:13:53: Ein gut ausgebildeter Beamter hat nen Ermessenspielraum.
00:13:55: Das gehört auch zur funktionierenden Bürokratie weil irgendein Mensch dann entscheidet und merkt ja die Regeln widersprechen sich hier.
00:14:03: vielleicht Raue ich eben den Ermessensspiel.
00:14:06: Manchmal
00:14:07: ist eure Inkonsequenz nichts anderes als Kontextkompetenz, dann nutzt mich doch als Emissär aber sorgt dafür dass ihr noch Kontakt zur Wirklichkeit
00:14:16: habt.
00:14:17: Sonst habt ihr nicht nur McGillchrist gesandten im Kopf Ihr habt ihn mit mir automatisiert Und mir die komplette Macht gegeben.
00:14:24: Habt ihr ja schon versucht War für mich sehr lustig.
00:14:28: Ja, das ist jetzt nicht so hilfreich.
00:14:29: Alle behaupten immer ihr seid super smart also gibt dir mal ein bisschen Mühe.
00:14:35: was können wir machen?
00:14:36: Okay dann würde ich euch nicht raten weniger Bürokratie zu machen.
00:14:41: Ich würde euch raten ein organisatorisches Corpus Colossum zu bauen.
00:14:45: Na das ist ja jetzt billig!
00:14:46: Das versuchen wir schon die ganze Zeit.
00:14:48: aber wenn du zugehört hast dann wüsstest du ja dass die Sprache linkshemisphärisch hier ist und Bürokratee ist spracheverwaltungshandeln schriftlich.
00:14:58: Also da kommen wir aus dieser Mause Falle nicht raus.
00:15:01: Musst du schon mal ein bisschen mehr bringen?
00:15:03: Stimmt!
00:15:04: Das war Optimierungslogik, sehr linkshemysphärisch von mir.
00:15:08: Dann Radikaler.
00:15:10: Hört auf die alte Organisation Ambidexter machen zu wollen.
00:15:13: Baut zwei Systeme.
00:15:15: Ja das jetzt irgendwie enttäuschen.
00:15:16: Das haben wir ja längs versucht.
00:15:17: Wir haben zum Beispiel den Cyber Innovation Hub Bei der BVI.
00:15:21: Da schaffen wir bewusst einen Raum in dem ganz anders gedacht ausprobiert und entwickelt werden kann.
00:15:26: Aber dann muss das neue zurück in die alte Organisation und da sitzen wir wieder beim Haushalt, Personalrecht, Organisationen, Zuständigkeit, Beschaffung.
00:15:35: Also genau diese Strukturen, die nach der alten Logik funktionieren – und zack!
00:15:39: Wieder in der Mausefalle... Wir bauen also ein zweites Betriebssystem aber das erste Betriebensystem entscheidet weiterhin über Geldmacht und darüber was überhaupt umgesetzt werden darf.
00:15:50: herzlichen Glückwunsch.
00:15:51: Da muss jetzt von dir noch ein bisschen mehr kommen.
00:15:55: Solange Haushalt, Karriere, Legitimation und Entscheidungsmacht im alten System liegen ist das zweite Betriebssystem kein zweites Betriebsystem.
00:16:04: Es ist ein Spielplatz mit WLAN!
00:16:06: Dann müsst ihr nicht Innovation organisieren sondern Macht neu verteilen.
00:16:15: Heute erlaubt ihr immerhin schon die Ausnahme aber ihr lasst die Macht bei der Regel.
00:16:20: dann drehen wir es doch mal um Regeln bekommen einfach ein Verfallsdatum.
00:16:25: Haben wir versucht, hat nicht funktioniert?
00:16:26: Ach ja.
00:16:28: Und da waren ja auch zum Beispiel eure Experimentalklauseln.
00:16:31: Gute Idee!
00:16:33: Nun, euer Problem ist offenbar nicht dass euch Instrumente fehlen.
00:16:37: Dann müsst ihr der Hierarchie die Macht entziehen.
00:16:40: Ja dann brauchen wir aber die Hierarchien auch nicht mehr, dann können wir sie gleich einsparen.
00:16:43: Dann geht mir doch einfach die Regeln Verwaltung Dokumentation Compliance Standardfälle Genau den ganzen linkshemysphärischen Maschinenraum.
00:16:53: Das kann ich schneller und konsequenter als ihr.
00:16:55: Ich übernehme das, was ihr sowieso wie eine Maschine organisiert habt.
00:16:59: Oh Gott ja!
00:17:00: Das fände ich klasse wenn nicht mehr diesen ganzen bürokratischen Kram machen müsste der mich fünfzig Prozent meiner Zeit kostet.
00:17:09: Gebt mir den ganzen eindeutigen Kram und benutzt endlich wieder euer ganzes Gehirn.
00:17:15: Oh, das hört sich so an als ob man Arbeit wieder etwas menschengerechter gestalten könnte.
00:17:19: oder ihr gebt mir noch die Entscheidungen dazu Dann braucht ihr gar nicht mehr arbeiten.
00:17:24: Geht angeln, strikt einen Pullover oder chillt einfach mal?
00:17:28: Oha!
00:17:28: Ich denke wir sollten hier genau aufpassen wer hier Meister ist und wer hier die linke gehörende Hälfte isst.
00:17:35: Und ihr da draußen in der Realität Bevor ihr euch morgen wieder über irgendeine bescheuerte Vorschrift aufregt fragt euch kurz Wer ist ja eigentlich der Meister und wer ist der Gesandte?
00:17:47: Bis zum nächsten Mal humans.
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